Algen an der Fassade: Ursachen, Entfernen und Vorbeugen

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Grüne, manchmal auch graue oder schwarze Flecken an der Fassade sind kein seltener Anblick, besonders an neueren, gedämmten Häusern. Sie sehen unschön aus, sagen aber vor allem etwas über die Feuchtigkeit an der Oberfläche. Wer die Ursache kennt, kann gezielt dagegen vorgehen.
Ursachen für Algen und Grünbelag
Algen brauchen Licht und Feuchtigkeit, Pilze zusätzlich organische Nährstoffe. Beides finden sie an einer Fassade, die nach Regen oder Tau lange nass bleibt. Typische Stellen sind:
- die Nordseite, die kaum Sonne bekommt
- Flächen hinter Bäumen, Hecken und Sträuchern
- Wände ohne Dachüberstand und unter undichten Rinnen
- Häuser am Ortsrand, neben Feldern und Wiesen
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik nennt drei Entwicklungen, die Algenbewuchs in den letzten Jahrzehnten häufiger gemacht haben: weniger Schwefeldioxid in der Luft, mehr Nährstoffe aus der Umgebung und die bessere Wärmedämmung der Häuser.
Gedämmte Fassaden und Tauwasser
Eine gedämmte Fassade hält die Wärme im Haus. Die dünne Putzschicht außen hat dadurch keine Wärme aus der Wand mehr, die sie nachts nachliefert. In klaren Nächten kühlt sie deshalb unter die Lufttemperatur ab, und auf der Oberfläche schlägt sich Tau nieder, ähnlich wie auf einem Autodach. Laut Fraunhofer IBP steigt mit besserer Dämmung die Zahl dieser Taunächte.
Das heißt nicht, dass die Dämmung schlecht ist. Sie funktioniert, und die Algen ändern nichts an ihrer Wirkung. Es heißt nur, dass Putz, Farbe und Details am Haus darauf abgestimmt sein sollten.
Algen entfernen
Für die Reinigung nennt das Merkblatt des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel diese Reihenfolge:
- Fläche reinigen, zum Beispiel durch nasses Abbürsten oder Hochdruckreinigung
- rund 24 Stunden trocknen lassen
- eine Reinigungslösung gegen Algen und Pilze nach Angabe des Herstellers auftragen
Auf einem Vollwärmeschutz ist der Putz nur wenige Millimeter dick. Wer mit dem Hochdruckreiniger arbeitet, sollte deshalb wenig Druck verwenden und nicht in Fugen, Anschlüsse und Risse spritzen.
Eine Reinigung entfernt die Flecken, die Ursache bleibt. Ohne weitere Maßnahmen kommen die Algen nach einigen Jahren wieder.
Neue Beschichtung gegen Algen
Wenn die Fassade ohnehin neu gestrichen oder verputzt wird, lässt sich der Belag dauerhaft verringern. Es gibt drei Ansätze.
Wasserabweisende Oberfläche. Gegen Aufpreis bieten wir StoLotusan an, eine Oberfläche mit Lotus-Effekt. Laut Hersteller perlt Regen daran ab und nimmt Schmutz mit.
An Saša: Hast du eine Unterlage von Sto zu StoLotusan?Mehr Masse. Dickere, mineralische Putzsysteme speichern mehr Wärme und kühlen nachts weniger stark ab. Laut Merkblatt kann das dem Tauwasser auf der Oberfläche entgegenwirken.
Biozide. Manche Putze und Farben enthalten Wirkstoffe gegen Algen und Pilze. Sie werden mit der Zeit vom Regen ausgewaschen und gelangen in den Boden. Wenn Biozide, dann empfiehlt das Umweltbundesamt laut Merkblatt verkapselte Wirkstoffe, die langsamer ausgewaschen werden. Die Entscheidung liegt beim Bauherrn.
An Saša: Welche Putze und Farben nimmst du gegen Algen, mit oder ohne Biozid?Bauliche Details
Neben der Beschichtung helfen einfache Maßnahmen, die Fassade trocken zu halten:
- Sträucher und Hecken mit etwas Abstand zur Wand pflanzen
- Dachrinnen und Fallrohre dicht halten
- Bei einem Neubau einen Dachüberstand einplanen, er hält Schlagregen von der Wand fern
Die Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme empfiehlt außerdem, die Fassade regelmäßig auf Bewuchs, Risse und Beschädigungen anzusehen. Was ein neuer Anstrich kostet, steht im Ratgeber Fassade streichen Kosten.
Häufige Fragen
Schaden Algen der Fassade?
Kann ich Algen mit dem Hochdruckreiniger entfernen?
Warum hat nur die Nordseite Algen?
Passende Leistung
Fassadensanierung in Mattersburg und Umgebung
Für eine Fassadensanierung sehen wir uns Risse, Algen, abblätternde Farbe oder die alte, ungedämmte Fassade vor Ort an und sagen Ihnen, ob Ausbessern und ein neuer Putz reichen oder ob sich das Dämmen lohnt.
Zur LeistungQuellen
- Fraunhofer IBP, M. Krus: Einsatz von PCM und Low-E zur Vermeidung von Algenwachstum auf WDVS (2016) (öffnet in neuem Tab)
- VDPM, Merkblatt Mikrobiologischer Bewuchs auf Fassaden, Algen und Pilze (11/2020) (öffnet in neuem Tab)
- Qualitätsgruppe Wärmedämmsysteme, Häufige Fragen (öffnet in neuem Tab)
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